Für die Jugendlichen der Feuerwehren des Landkreises Starnberg wurde am 26.02.2010 von 18:00 - 21:30 Uhr von der Feuerwehr Gauting ein gemeinsamer Ausbildungsabend zum Thema "Brände, Explosionen, Grundladen & Sicherheitsmaßnahmen" durchgeführt. Der mit vielen Praxisvorführungen gespickte Vortrag wurde von Dipl. Ing. Otto Josef Brandmaier durchgeführt. Er wies explizit darauf hin dass dies kein Künstlername sei sondern sein richtiger Nachname. Auf Grund der Darbietungen wäre dies aber durchaus anzunehmen gewesen :)
Dankenswerterweise wurden vom Kreisfeuerwehrverband je 1 Getränk und eine Leberkässemmel gesponsort, so dass durch die Feuerwehren keine weiteren Kosten aufzuwenden waren. Nachdem einige Tage vorher per Rundmail daran erinnert und über die Teilnehmerzahlen informiert wurde war klar, dass dies durch über 200 Anmeldungen doch eine etwas größere Veranstaltung werden würde. So machte sich die Feuerwehr Berg mit dem LF 8 zusammen mit der Feuerwehr Kempfenhausen und deren LF sowie 13 Jugendlichen im Gepäck auf den Weg nach Gauting.
Da die Vorträge einen sehr großen Themenkreis unfassten, und hierbei auch einige technische Gegebenheiten (z.B. chemische Verbrennungsvorgänge) angesprochen wurden, waren diese durchaus anspruchsvoll - auf Grund der vielen praktischen Beispiele aber sehr gut aufbereitet und auch für jugendliche Mitglieder ohne viel (schulisches) Vorwissen durchaus verständlich. Es wurden die verschiedenen Arten der Brandklassen angesprochen und welche Besonderheiten es hierbei gibt. Insbesondere natürlich auch auf die Löschmöglichkeiten - welche, je nach Stoff und Löschmittel, zu sehr unterschiedlichen Löscherfolgen führen können.
Da durch falsche Löschtechniken oder Löschmittel aber auch ein sehr großer Schaden angerichtet werden kann, wurde z.B. anhand eines Dieselbrandes gezeigt welcher mit Wasser abgelöscht werden sollte. Der Brandteppich breitete sich damit extrem unkontrollierbar aus und durch die Verdampfung des Wassers spritzte brennender Diesel in größerem Umkreis umher. Selbstverständlich wurde dies durch Plexisglaswände beschränkt, so dass niemand Angst haben musste verletzt zu werden. Die erste Reihe spürte die enstehende Hitze aber doch sehr deutlich.
Durch die aufsteigenden Rauchwolke aus dem simulierten Dieselbrand wurde schnell klar, dass das Feuerwehrgerätehaus über gut platzierte Rauchmelder verfügt - die auch prompt anschlugen und lautstark Alarm gaben. Sehr zum Leid der Jugendlichen die direkt darunter saßen und nach einigen Minuten den schrillen Ton nicht mehr hören konnten. Da der Rauchmelder auch nach einigen Minuten nicht wieder aufhörte, wurde beschlossen ihn mit Hilfe einer Leiter abzumontieren und funktionslos zu machen. Wie wenn es der Rauchmelder mitbekommen hätte hörte er genau dann auf als die Leiter bereits platziert, und ein Feuerwehrmann auf dem Weg nach oben war - sehr zur Belustigung der Jugendfeuerwehrleute. Der Leitereinsatz wurde daraufhin abgebrochen ... ;-)
Anschließend wurden noch Versuche durchgeführt um die Theorie zu beweisen, dass die UE (untere Explosionsgrenze) sowie die OE (obere Explosionsgrenze) tatsächlich existieren und es nur möglich ist, dass ein Stoff brennt, wenn er sich in einem Bereich dazwischen befindet (je nach Stoff unterschiedlich) - dem Zünd- bzw. Explosionsbereich. Weiterhin wurde auf die Wirkung von CO und CO² auf den menschlichen Körper sowie auf Brände eingegangen. Insbesondere das einige Gase schwerer oder leichter als Luft sind - was im Einsatzfall durchaus andere Probleme und Vorgehensweisen nach sich zieht.
Unser herzlicher Dank gilt den Kameraden aus Gauting, die sich hierfür mächtig ins Zeug gelegt haben und uns einen sehr lehrreichen Abend, bei dem für jeden etwas neues dabei, war - egal welchen Wissensstand er hatte - organisiert haben! Auf Grund der praxisnahen bespielhaften Erklärungen wäre der Vortrag durchaus auch für normale Feuerwehrleute oder Führungskräfte geeignet gewesen.